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Geologie des Bergells - Maloja

Gletscher und Gletschermühlen in Maloja

1 Cartina dei ghiacciai

Rekonstruktion der Ausdehnung und Dicke der Gletscher vor 24'000 Jahren
Die Stelle, an der ihr gerade steht, war auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit vor 24'000 Jahren von fast einem Kilometer Eis bedeckt. Damals lag der grösste Teil der Schweiz unter einer dicken Eisdecke. Diese Gletscher formten die Landschaft, die wir heute sehen.
Als sich die Gletscher zurückzogen – ein Prozess, der unter dem Einfluss der globalen Erwärmung bis heute andauert – hinterliessen sie deutliche Spuren ihrer Erosionskraft: Trogtäler und Gletscherseen, riesige Geröll- und Moränenansammlungen und spezielle Felsformationen, darunter die charakteristischen Gletschermühlen, die ihr hier erkunden könnt.
Die Karte zeigt die maximale Ausdehnung und Dicke der Gletscher während des Höhepunkts der letzten Eiszeit vor etwa 24'000 Jahren. Die Höhenlinien zeigen die Höhe des Eises über dem Meeresspiegel.
Das darunter liegende Profil zeigt einen Querschnitt durch das Eis zwischen Maloja und Scuol.

2 Profilo Maloja Scuol

Engadiner Eisdom
Vor 24'000 Jahren war das Gebiet um St. Moritz, Samedan und Pontresina von dem grossen Engadiner Eisdom bedeckt, einer mehr als 1'500 Meter dicken Gletschermasse. Die Oberfläche des Eisdoms befand sich auf einer Höhe von etwa 3'000 Metern. Von dort flossen riesige Gletscher in verschiedene Richtungen: nach Westen ins Bergell, nach Nordosten ins Unterengadin, nach Süden ins Puschlav und nach Nordwesten in die Surselva. Die Gletscher waren so dick, dass nur die höchsten Gipfel aus der Eisdecke herausragten.

3 Marmitte

Gletschermühlen
Während des Baus des Belvedere-Turms wurden mehrere Gletschermühlen gefunden – bisher konnten 36 entdeckt werden. Wenn ihr durch den Wald spaziert, achtet auf die Besonderheiten der Gletschermühlen: Sie sind mehrere Meter breit, bis zu 10 Meter tief, zylindrisch geformt und haben glatte, abgerundete Wände. Einige sind mit Wasser gefüllt, andere enthalten grosse Steine. Sie befinden sich im Gneis, einem sehr harten Gestein. Was sind das für Prozesse, die so grosse Löcher in massivem Gestein entstehen lassen?
Geologen nehmen an, dass die Gletschermühlen durch reissende Schmelzwasserflüsse entstanden sind, die viel Sand und Schotter mit sich führten. Die Flüsse könnten sich unter den Gletschern befunden haben, die Maloja vor 24'000 Jahren bedeckten. Vielleicht entstanden sie aber auch erst am Ende der Eiszeit, mit dem endgültigen Abschmelzen und Rückzug der Eismassen. In diesen tosenden Flüssen wurden die Sedimente immer wieder spiralförmig in den gleichen Strudeln verwirbelt. So frästen sie die tiefen, zylindrischen Löcher in das Gestein, die wir heute noch sehen können.

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