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Geologie dels Bergells - Durbegia

Geologie und Gesellschaft im Bergell

Die Geologie und Geografie von Bergregionen wie dem Bergell haben einen grossen Einfluss auf die wirtschaftliche, kulturelle und künstlerische Entwicklung der Gegend. Und bringen auch Herausforderungen durch Naturgefahren mit sich. Die folgenden Beispiele zeigen wie Gesteinen und Mineralien im Bergell im Laufe der Zeit genutzt wurden.

Cartina geologica risorse

Die Karte zeigt, wo es ehemalige Kalköfen und alte Kupferschlacke-Ablagerungen gibt. Die blauen Stellen zeigen, wo Kalkstein und Marmor an der Oberfläche zu finden sind und für die Verbrennung in Kalköfen abgebaut wurden. Die grünen Stellen zeigen, wo Felsen für Speckstein grossflächig abgebaut wurden.

Kupferschmelze in der Spätbronzezeit

Auf einem Hügel über dem Dorf Casaccia wurden in den 1970er Jahren kleine Stücke Kupferschlacke gefunden. Diese weisen darauf hin, dass hier in der späten Bronzezeit (ca. 1550–1200 v. Chr.) Kupfer geschmolzen wurde. Das Kupfer wurde wahrscheinlich aus den Mineralien Chalkopyrit (CuFeS2) und Malachit (Cu2(CO3)(OH)2) gewonnen, die in den Felsen der Umgebung (zum Beispiel im Val Perossa oder nahe der Alp Tgavretga) vorkommen. Teile dieser Vorkommen wurden nach Casaccia gebracht und in kleinen Öfen mit lokaler Holzkohle als Brennstoff verarbeitet.

Gewinnung und Bearbeitung von Speckstein

Speckstein, in der Region auch als «pietra ollare» oder «lavenz» bekannt, ist ein kompaktes grünes Gestein aus den Mineralien Olivin und Talk. Das Gestein stammt ursprünglich aus den Tiefen des Erdmantels, wird aber manchmal durch starke tektonische Kräfte an die Oberfläche gedrückt. Die geschah in der Nähe von Piuro, wo dieses Speckstein-haltige Mantelgestein abgebaut wurde, um Kochtöpfe, Statuen und Bausteine herzustellen. Der Abbau begann bereits in der Steinzeit und setzte sich bis ins Mittelalter intensiv fort, was der Region viel Reichtum und Wohlstand brachte. Am 4. September 1618 wurde das Gestein, das zuvor ein Segen war, zum Albtraum. 
Der Berg südlich von Piuro, der durch den jahrhundertelangen Abbau instabil geworden war, stürzte auf das Dorf und begrub die meisten Bewohner unter sich.

Fonte battesimale

Das Taufbecken wurde 1156 in Auftrag gegeben und ist aus einem einzigen Stück Speckstein gefertigt. Das runde Becken hat einen Umfang von sechs Metern und ist im Museo del Tesoro (Schatzmuseum) in Chiavenna zu sehen. 
Foto: Museo del Tesoro, Chiavenna.

Historische Kalköfen


Im Bergell finden sich viele historische Kalköfen, z.B. leicht zugängliche Exemplare im Tal wie Crot und Plaun da Lej, sowie kleinere, abgelegenere Öfen in höheren Lagen, wie Tombal, Plän Vest, Castell und Zocheta. Sie wurden hauptsächlich vom 18. bis ins 20. Jahrhundert genutzt, um Kalkstein und Marmor (CaCO3) bei Temperaturen von 900 bis 1100°C zu brennen, wodurch Calciumoxid (Kalk, CaO) und CO2 entstanden. Wenn man Kalk Wasser hinzufügt, entsteht Calciumhydroxid (gelöschter Kalk), ein zementähnliches Material, das oft im Bauwesen verwendet wird. Kalkstein und Marmor stammen aus dünnen Gesteinsschichten, die sich vor etwa 200 Millionen Jahren tief im Ozean gebildet haben. Die Öfen liegen meist in der Nähe der aufgeschlossenen Schichten, um den Transport der Steine zu erleichtern.

Foto fornace Plaun da Lej

Grosser Kalkofen an der Kantonsstrasse in der Nähe von Plaun da Lej. Im Hintergrund sieht man Felsen aus Kalkstein und Marmor. Foto: Steven Smith.

 

Quellen:

Apuani, T. & Scapozza, C. (2023) AMALPI TREK – Dal Maloja al Gottardo: Alpi in Movimento, Movimento nelle Alpi. Milano, Milano University Press, pp. 176, doi: 10.54103/milanoup.141

Maurizio, R (1972) Indagini su Vecchie Cave e Miniere in Bregaglia. Quaderni Grigionitaliani, 41, 1-71

Wenk, H-R et al., (2020) Slags as Evidence for Copper Mining above Casaccia, Val Bregaglia (Central Alps). Minerals, 9, 292; doi.org/10.3390/min9050292

Wenk, H-R & Wenk, E. (2023) Discovering the Unique Geology of the Bergell Alps. GeoGuide, Springer, https://doi.org/10.1007/978-3-031-30738-6

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